Familienleben

Mein Kind ist krank und ich fahre in den Urlaub

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Manchmal frage ich mich, was ich falsch gemacht habe. Was habe ich in meinem Mama-Leben verbrochen, dass mir irgendeine metaphysische Macht ständig meine Urlaubspläne versaut? Oder ist es gar keine Strafe, sondern der sadistische Spaß einer zynischen Gottheit, die sich denkt: „Schaut euch diese dämliche Mutter an! Sie glaubt tatsächlich, dass sie sich mal erholen darf! Vergiss es, Bitch!“ Continue reading

Familienleben, Tagebuchbloggen

Spontaner Besuch im Sea Life Oberhausen

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Letzten Dienstag erwartete Mops, Klops und mich eine angenehme Überraschung als wir uns zum Frühstücken an den Esstisch setzten: Durch das Wohnzimmerfenster sahen wir unser Auto, dass eigentlich mit dem Mann bei der Arbeit sein sollte. Nach einem kurzen Moment der Verwirrung fiel mir ein, dass dieser nach Berlin musste und scheinbar den Zug zum Flughafen genommen hatte. Theoretisch eröffneten sich uns dadurch ungeahnte Möglichkeiten — praktisch wurden diese zwar durch elendiges Regenwetter und einen eher leeren Geldbeutel drastisch reduziert, aber das mussten wir ausnutzen. Nachdem unsere Freunde aus Köln keine Zeit hatten, kam mir die Idee, zum Sea Life nach Oberhausen zu fahren. Continue reading

Familienleben, Tagebuchbloggen

Der 4. August: Haushalt, Stiefel und viel Schminke

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Ich war heute so fleißig! Ich bin richtig stolz auf mich. Ich habe Mops‘ Autositz von ihrem Erbrochenen befreit, das Bad geputzt — inklusive Duschkopf-Tausch, der seit Wochen da rumlag — das Wohnzimmer aufgeräumt, den Wocheneinkauf erledigt und beim Sport war ich auch. So viel habe ich ewig nicht mehr an einem Tag geschafft. Das fühlt sich richtig gut an, jetzt im ordentlichen Wohnzimmer zu sitzen, ohne dass einen der Dreck vom Esstisch anspringt oder man sich den schmerzenden Fuß halten muss, weil man auf irgendein Spilezeug getreten ist. Ich freue mich auch schon auf ein Bad im frischen Badezimmer, das heut morgen noch nach Katzenklo und Kinderkotze roch. Blöd ist nur, dass ich dazu noch durch die Küche und den Flur muss. Vielleicht mach ich einfach die Augen zu, um mir die Freude an den zwei sauberen Zimmern nicht zu verderben.

Natürlich habe ich das nicht alles am Stück gemacht. Bis ich den Bezug vom Sitz hatte, habe ich mir mindestens fünf mal irgendetwas „gaaanz tolles“ anschauen und ein paar mal mit Mops power-kuscheln müssen. Wir waren heute wieder alle etwas angespannter, als die letzten Tage. Ich gebe Klops dafür die Schuld, die uns unsanft gegen 6:30 Uhr (statt um acht, wie die letzten Tage) geweckt hatte: „Mops? Mohoops! MOOOOOPS, ICH BIN DEINE SCHWESTER!“ Irgendwie hat sie immer noch nicht verstanden, dass nicht jeder wach wird und direkt Bäume ausreißen kann. Wir arbeiten daran.

Auf jeden Fall, musste ich heute gut aufpassen, nicht in meine genervte, angespannte Stressstimmung zu verfallen. Immer wenn sie mich wegen irgendetwas unterbrachen, musste ich tief durchatmen und mir sagen: „Halb so wild. Mach halt später weiter und wenn’s nicht fertig wird, dann halt morgen. Ich glaube das Bad war erst nach zwei Stunden fertig (ohne Kinder brauche ich höchsten eine halbe Stunde). Dafür war das Wohnzimmer gar nicht geplant gewesen: Nachdem Klops über ein Spielzeug gefallen war und weinte, hatte ich vorgeschlagen, es wäre vielleicht besser, wir würden erst das verwüstete Wohnzimmer aufräumen, bevor die beiden sich im Bad schminken und ich dort weiter putzen könne.

Ich habe ja noch mehr geschafft

Eine Kleinigkeit habe ich noch vergessen. Ich habe heute auch endlich meine Stiefel abgeschnitten. Nach Jahren der Vergessenheit hatte ich sie vor ein paar Wochen wieder gefunden. Leider war das „Fell“ (es ist keins, aber mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein) mit Motteneiern verseucht und ich sah keine Chance diese loszuwerden. Wegschmeißen wollte ich sie trotzdem nicht und so lagen sie — noch länger als der neue Duschkopf — im Bad. stiefel_vor_nachherEigentlich wollte ich sie nur abschneiden, neue Schnürsenkel kaufen und dann wieder tragen. In meinem Übermut zog ich einen jedoch an und dachte nicht daran, dass der Reißverschluss keinen „Stopper“ mehr hatte. Jetzt muss ich mir überlegen, wie ich das Reißverschluss-Ziehteil wieder dran bekomme. Also liegen sie nun wieder nutzlos im Bad — vermutlich für Wochen.

Ja, auch die Kinder hatten heute Spaß

Natürlich habe ich auch etwas mit den Mädels gemacht. Direkt nach dem Frühstück durften sie sich und meinen Arm schminken. Das hatte Klops sich gewünscht und sie hatte auch genaue Vorstellungen, wie das aussehen sollte: Eine Krone auf der Stirn, zwei Punkte auf den Wangen und einen Punkt auf der Nase. So malte sie Mops an und ich musste es bei ihr genauso machen, nur dazu noch rote Lippen und ein Auge rosa und das andere orange — SIE ist ja schon groß! Mops malte fleißig Linien auf meinen Arm. vierter_achter_1x So aufgedonnert gingen wir in die Bücherei. Was mich dort verwunderte: Ich blieb entspannt. In mir ist der Zwang, in Büchereien still zu sein, so verankert, dass ich jedes Mal unter Spannung stand, wenn wir dort waren und die Kinder sich nicht kontrollierten (weil sie das ja sonst so gut können, haha). Total albern! Das ist eine Dorfbücherei und besteht zu 70 Prozent aus Kinderartikeln. Da ist wirklich niemand leise. Aber ich scheine mich ja zu bessern.

Zuhause waren wir eine Weile im Garten. Nach dem Mittagessen (Klops‘ Wunschesssen: Pommes mit Würstchen im Schlafrock) habe ich viel vorgelesen, weil beide so motzig waren. Und später wollte Klops sich noch einmal schminken. Diesmal erlaubte sie auch Mops, sie anzumalen, aber nur an den Beinen. Weil ich das Bad putzte, schminkte Klops sich selbst. Ich war ziemlich beeindruckt, wie gut das ohne Spiegel klappte. Am Schluss fiel ihr auf, dass sie etwas ganz wichtiges vergessen hatte: DEN BART! Also malte sie sich noch ein paar Stoppeln ins Gesicht und dann gab es Abendessen für alle: Mama, Papa, Mops und Conchita Würstchen.

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Familienleben, Tagebuchbloggen

Der 2. August: Gulasch, Zuckerersatz und Ungerechtigkeiten

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Ein regnerischer, unspektakulärer Tag. Erst gegen kurz nachIMG_20160802_084637 acht gaben Mops und Klops erste Lebenszeichen von sich. Ein wahrer Segen. Dennoch fühlte ich mich nicht ganz gesund und stellte mich schon darauf ein, abends nicht zum Sport zu gehen. Seit dieser Woche hat der Kindergarten Ferien, was ich richtig genieße. Letztes Jahr hatte ich noch Angst vor den drei Wochen – schließlich waren Klops und ich es nicht mehr gewohnt, 24/7 aufeinander zu hocken. Aber es war viel entspannter ohne den Zeitdruck am Morgen. So auch in den letzten zwei Tagen. Kein Gehetzte und Gedränge, entspannte Kinder, entspannte Mama. Heute morgen machte ich spontan Rühreier mit Paprika und die Mädels „halfen“ mir dabei. Mops trägt im Moment,wie man sieht, am liebsten die Sachen ihrer Schwester zum Schlafen. Ich muss jedes Mal schmunzeln, weil sie aussieht wie ein Mini-Basketballspieler. Continue reading

Allgemein, Bloggen

Tagebuchbloggen — oder auch nicht

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Eine packende Einleitung finden, passende Absätze wählen, Gedanken sortieren, die richtigen Worte verwenden, den roten Faden nicht verlieren, einen griffigen Schluss fertigen, Kontrolle: Rechtschreibfehler, fehlende Satzzeichen, zu viel geschrieben, zu wenig geschrieben, alle Links setzen; nun das Bild: erst Recherche, dann Bearbeitung; die Zwischenüberschriften nicht vergessen — über all das kann ich mir stundenlang Gedanken machen. Continue reading

Familienleben

Stilldemenz für Fortgeschrittene: Meine drei dümmsten Verfehlungen in der Stillzeit

Vergiss mich nicht, Mama!

Hast du meinen Schlüssel gesehen? Verdammt, wo ist schon wieder meine EC-Karte? Hab‘ ich den Herd ausgemacht? Es grenzt an ein Wunder, dass ich während der Stillzeit keines meiner Kinder verloren habe. Mein Mann war jedes Mal aufs Neue erleichtert, dass ich mich MIT Kind ausgesperrt hatte. Die Stilldemenz hat mich wahnsinnig gemacht. Schon seit längerem wollte ich über meine Top 3 Erlebnisse aus dieser Zeit berichten. Nättys Blogparade „Schwangerschaftsdemenz und äh … dingens … Stilldemenz“ auf bilderbuchbaby.com kommt mir daher sehr gelegen. Viel Spaß bei meinen drei glorreichsten Momenten. Continue reading

Bloggen

Die Blogfamilia und ich — wie man sich (k)ein Netzwerk aufbaut

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Letzte Woche war ich auf der Blogfamilia. Für mich war es nicht nur die erste Konferenz als Blogger, sondern die erste überhaupt. Mal abgesehen von den unzähligen Tagungen, die ich damals als Bankettleiterin in einem Hotel betreut habe. Die Rolle des Teilnehmers war mir dementsprechend neu. Nachdem ich aus Gewohnheit das Getränkebüffet mit einem Blick gescannt und dem zwanghaften Bedürfnis widerstanden hatte, die gerade leer gewordenen Flaschen abzuräumen, fand ich mich ganz gut in meine neue Rolle ein. Continue reading