Das Ende der Kitaferien

Morgen geht es wieder los: Trödeln, hetzen, maulen, meckern. Die Kita-Ferien sind vorbei und, wenn es nach mir ginge, würde ich Klops am liebsten hier behalten. Es ist alles so viel entspannter ohne den Zeitdruck und außerdem wird mir Klops ziemlich fehlen. Es war schön, sie den ganzen Tag um mich zu haben. Dadurch dass unsere Zeit zusammen nicht auf ein paar Stunden am Nachmittag beschränkt war, fanden wir auch tatsächlich ein paar Gelegenheiten etwas zusammen zu machen, ohne dass Mops uns das Leben zur Hölle machte. Die Eineinhalbjährige hatte wesentlich weniger Wutattacken in den letzten drei Wochen. Dafür hat sie zwar „die Schwester kneifen, schlagen und an den Haaren ziehen“ für sich entdeckt, aber — auch wenn das jetzt egoistisch klingt — dass ist für mich körperlich weniger stressig, als das ohrenbetäubende Kreischen, das ich vorher aushalten musste. Bevor jetzt jemand auf seltsame Gedanken kommt: Natürlich bedeutet es nicht, dass ich sie ungehindert ihre Schwester attackieren lassen, damit ich meine Ruhe habe.

Schon mal an „kitafrei“ gedacht?

Jein. Der Gedanke kam mir zwar in den letzten Wochen gelegentlich, aber eher als eine Art „Ach-wäre-das-schön“-Träumerei: „Wenn ich Millionär wäre, könnte ich kaufen, was ich will.“ „Wenn ich ’nen Bandwurm hätte, könnte ich essen, was ich will.“ „Wenn Klops nicht in die Kita ginge, könnte ich meinen Tag entspannter angehen.“ Eine wirkliche Option ist das für mich nicht. Hauptsächlich aus zwei Gründen. Zum einen liegt es an mir, denn eigentlich will ich das gar nicht. Ich hätte wirklich gerne den Vormittag „kinderfrei“. Es gibt Menschen, die förmlich aufgehen in ihrer Elternrolle, richtig spielen können und mit Inbrunst bei den Belangen ihrer Kinder sind. So ein Mensch bin ich nicht. Ich bin keine geborene Mutter und meilenweit davon entfernt ein Entertainer zu sein. Ich gebe mir Mühe, aber die meisten Spiele meiner Mädels langweilen mich. Basteln, malen puzzeln — das mache ich gerne. Aber Rollenspiele, Puppen kämmen oder Klötzchen stapeln nervt mich so sehr, dass ich sogar lieber den Haushalt erledigen möchte. Und das am liebsten in Ruhe und ohne Unterbrechungen. Ginge die Kleine also auch schon in die Kita, fiele mein Bedürfnis nach kitafrei vermutlich wesentlich geringer aus.

Der zweite Grund ist jedoch der einzig Wichtige: Klops liebt den Kindergarten. Sie erprobt dort angstfrei ihre Freiheit und Eigenständigkeit (die Erzieherinnen bekommen sie, nach eigener Angabe, kaum zu Gesicht), wie sie es mit mir nicht täte. Sie hat dort Freunde gefunden, die ihr sehr wichtig sind und so mit ihr spielen können, wie ich es nicht kann. Ich weiß: „Auch ohne Kindergarten kann man seine Kinder mit anderen Kinder zusammen bringen!“ Man vielleicht, aber ich nicht! Ich bin nicht der Typ der sich ständig mit anderen Menschen treffen möchte. Ich möchte lieber meinen Kram erledigen und Zeit mit mir alleine haben. Und Klops braucht Routine und einen festen Ort mit bekannten Gesichtern, um sich wohl und sicher zu fühlen.

So schön die Ferien auch für uns alle waren, ich denke es ist gut, dass Klops zurück in den Kindergarten geht. Auch wenn wir uns wieder komplett umstellen müssen. Vor allem Mops wird damit bestimmt ein paar Probleme haben. Schließlich hatte sie drei Wochen lang ihre große Schwester zum Spielen. Ich bin gespannt, wie sie damit umgeht. Mir wird die Große auf jeden Fall fehlen und es wird seltsam sein, wieder mit Mops alleine zu sein. Aber bald geht’s zum Glück in den Urlaub, dann haben wir unseren Klops wieder den ganzen Tag für uns.

[ssba]

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