Der 2. August: Gulasch, Zuckerersatz und Ungerechtigkeiten

Ein regnerischer, unspektakulärer Tag. Erst gegen kurz nachIMG_20160802_084637 acht gaben Mops und Klops erste Lebenszeichen von sich. Ein wahrer Segen. Dennoch fühlte ich mich nicht ganz gesund und stellte mich schon darauf ein, abends nicht zum Sport zu gehen. Seit dieser Woche hat der Kindergarten Ferien, was ich richtig genieße. Letztes Jahr hatte ich noch Angst vor den drei Wochen – schließlich waren Klops und ich es nicht mehr gewohnt, 24/7 aufeinander zu hocken. Aber es war viel entspannter ohne den Zeitdruck am Morgen. So auch in den letzten zwei Tagen. Kein Gehetzte und Gedränge, entspannte Kinder, entspannte Mama. Heute morgen machte ich spontan Rühreier mit Paprika und die Mädels „halfen“ mir dabei. Mops trägt im Moment,wie man sieht, am liebsten die Sachen ihrer Schwester zum Schlafen. Ich muss jedes Mal schmunzeln, weil sie aussieht wie ein Mini-Basketballspieler.

IMG_20160802_100031Nach dem Frühstück musste ich eine E-Mail schreiben und bat Klops, sich solange um die Kleine zu kümmern. Ich hätte nicht gedacht, dass sie einverstanden ist, geschweigedenn, dass das klappt. Aber sie setzten sich zusammen aufs Sofa und schauten sich ein Buch an. Sie waren so vertieft, dass ich nach der Mail sogar noch mit dem Kochen anfangen konnte. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Gulasch zu machen, weshalb mir das Wetter ganz gut in den Kram passte. Nach einer Runde auf ihren Klobürsten Hexenbesen, wollten sie dann doch mal bei mir sein und ich setzte sie auf die Arbeitsplatte, wo sie Tomatenmark löffelten. Während das Gulasch vor sich hin köchelte, schauten wir uns Fotoalben an. Dabei lief ein Hörspiel nach dem anderen. So viel Idylle hatte ich gar nicht erwartet, nachdem die letzten Wochen eher von Eifersucht zwischen den beiden geprägt waren.IMG_20160802_100716

Lange hielt die gute Stimmung auch nicht mehr an. Als ich gegen viertel nach zwölf anfing Kartoffeln zu schälen, kippte die sie. Seltsamerweise bei Klops. Plötzlich heulte und meckerte sie über jede Kleinigkeit. Nachdem sie die letzten drei Hörspiele ausgesuchte hatte, durfte nun Mops an den CD-Spieler. Mit eineinhalb Jahren hört sie sich natürlich nicht die ganze CD an. Viel mehr sucht sie sich eine aus, lässt sie dreißig Sekunden laufen und will dann eine Andere anmachen. In Klops‘ Augen „total unfair“ – sie darf „immer nur“ eine CD anhören, dann ist Mops dran und darf „viel mehr“ CDs aussuchen, und dann auch noch „sooooo langweilige“. Alle Erklärungsversuche führten ins Leere, Klops WOLLTE sich ungerecht behandelt fühlen, kreischte und warf mit Zeitungspapier nach mir. Das war mir zu blöd und außerdem waren die Kartoffeln fertig, also ging ich in die Küche. Kurz danach kam sie in Intervallen quäkend hinter mir her. Als ich fragte, ob sie einen Drücker wolle, nickte sie erleichtert und wir knuddelten einen Moment. Plötzlich war alles wieder gut und sie stampfte mit Mops die Kartoffeln.

Im Moment sucht sie ständig nach Situationen, in denen sie, ihrer Ansicht nach, ungerecht behandelt wird und regt sich dann, für mein Verständnis, übertrieben darüber auf. Mich würde interessieren, ob das eine allgemeine Phase ist, die alle Vierjährigen durchmachen, oder ob es speziell wegen Mops ist, weil sie momentan so viel Zeit und Aufmerksamkeit einfordert. Ich werde es weiter beobachten.

Kurz nach dem Essen kam Klops‘ Kindergartenfreund – ich nenne ihn mal Gon, weil Mops so seinen Namen ausspricht – zum Spielen vorbei. Zu dritt rannten sie kreischend durch die Wohnung, was mir irgendwann zu viel wurde. Also zogen wir Regenjacken an und gingen in den Garten, damit sie dort nach Herzenslust herumschreien konnten. Natürlich taten sie das dort nicht mehr. Als der Regen zu stark wurde, gingen wir wieder rein, wo das Kreischen sofort wieder anfing. Ich sagte, sie sollen hoch ins Kinderzimmer gehen, dort können sie so viel schreien wie sie wollen. Sie gingen zu dritt hoch und spielten ruhig (!) Mutter-Vater-Kind. Ich fühlte mich ein wenig verarscht.

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Aber immerhin konnte ich so in Ruhe an den Laptop und mir ein Paket Zuckerersatz bestellen. Ich möchte gerne den Süßigkeiten abschwören, weil ich es nicht schaffe sie in Maßen zu konsumieren. Immer ist es die ganze Packung oder mehr. Nach mehreren befristeten „zuckerfrei“ Versuchen, habe ich gemerkt, dass ich wie mit dem Rauchen ganz aufhören muss, sonst klappt es bei mir einfach nicht. Bei dem Gedanken ans Aufhören stört mich am meisten, dass ich keinen Kuchen und kein Eis mehr essen könnte. Weil dies die süßen Sachen sind, die ich tatsächlich in Maßen und mit Genuss esse. Deshalb möchte ich Erythrit ausprobieren (ein Zuckerersatz, der süßt, aber nahezu vollständig wieder ausgeschieden wird und keine Kalorien hat) um damit zu Backen und Eis selbst zu machen. Ich bin gespannt, ob ich von der reinen Süße auch angefixt werde, wie von herkömmlichen (raffinierten) Zucker. Bei Obst ist es zumindest nicht der Fall. Vielleicht werde ich, bei Zeiten mehr dazu schreiben. Ich freue mich auf jeden Fall schon aufs Backen in den nächsten Tagen.

Um halb sechs wurde Gon abgeholt und wir machten uns über die Reste vom Mittagessen her. Der Mann kam gegen sechs dazu. So hatten wir noch eine halbe Stunde zu viert, bis ich mich doch noch auf zum Sport machte. Der Tag war nämlich insgesamt so chillig gewesen, dass ich mich tatsächlich nicht mehr krank fühlte. Was ich für Sport mache erzähle ich ein anderes Mal. Gute Nacht!

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