Endlich Sommer, endlich gute Laune!

Endlich wieder fit! Nachdem Klops‘ Kitaferien so entspannt und harmonisch begonnen hatten, hatte sich nach eineinhalb Wochen ein Tief bei mir eingeschlichen. Der Grund war eine unruhige Nacht mit Mops. Plötzlich stand ich völlig neben mir, war schon beim Aufwachen genervt und wollte nur, dass der Tag rumgeht — dementsprechend lang zog er sich dann selbstverständlich. Ich wurde meine miese Stimmung auch die Tage darauf nicht los, woran ich selbst schuld bin. Vermutlich hätte ich nur mit den Kindern ins Bett gehen müssen, um den versäumten Schlaf nachzuholen. Das will ich an solchen Tagen aber partout nicht. Wie ein bockiges Kleinkind setze ich mich lieber vor den Laptop, schaue eine Serie und esse Süßes. Wenn ich letztlich ins Bett gehe, kann ich durch den Zucker nicht einschlafen. Der nächste Tag läuft wieder ätzend.

Solche Phasen habe ich öfters und ich hasse sie. Ich bin völlig antriebslos — jede Aktion und jede Entscheidung sind wahre Kraftakte — und wäre am liebsten alleine. Irgendwann sollte ich mir Anweisungen für diese Phasen schreiben, so etwas wie: GEH INS BETT!

Seit gestern geht es auf jeden Fall wieder gut und so hatte ich mir heute überlegt mit den Kindern ins Freibad zu fahren, nachdem nun endlich ein bisschen Sommerwetter zu uns durchgedrungen ist. Ich hatte die Wahl zwischen einer bekannten Strecke von 5 Kilometern und einer unbekannten von 10 Kilometern mit dem Fahrrad und beiden Kindern im Anhänger. Kleiner Einschub: Nach diesen miesen Phasen fühle ich mich wie neu geboren und neige dazu mich zu übernehmen. Ich nahm also das Schwimmbad mit der weiteren Entfernung. Es war aber gar nicht so schlimm. Da die beiden im Anhänger bis auf ein paar Zankereien sehr still waren, war die Fahrt eher entspannend als anstrengend.16_8_1

Im Schwimmbad war es auch weitestgehend ruhig. Mops war total begeistert und konnte die ersten zehn Minuten nichts anderes als „Wasser, Wasser“ von sich geben. Ich konnte sie mit Mühe davon überzeugen, erst noch ihre Schwimmwindel anzuziehen. Während die Kleine daraufhin durchs Babybecken watete, „schwamm“ Klops auf ihren Händen durch selbiges. Für mich war das ziemlich langweilig, weshalb ich sie überredete mit ins Nichtschwimmer zu gehen — langweilig war mir dann definitiv nicht mehr. Klops, die locker hätte stehen können, bestand darauf, sich an meinen Hals zu hängen. Der eineinhalb jährige Zwerg dagegen strampelte vergnügt im Wasser herum, sodass ich sie kaum halten konnte. Nach ein paar Minuten machte sie sogar Anstalten alleine stehen zu wollen. Ich staune immer wieder darüber, wie verschieden die beiden sind.

Irgendwann wurde es mir zu anstrengend und mit Blick auf die zehn Kilometer Rückfahrt beschloss ich, dass Langeweile doch die bessere Alternative sei. Zurück im Babybecken zeigte die Vierjährige erneut wie ängstlich sie ist, als sie nur mit meiner Hand die kleine Minirutsche hinunter wollte. Manchmal fällt es mir wirklich schwer, dafür Verständnis aufzubringen, aber heute hatte ich einen guten Tag und verkniff mir einen blöden Kommentar. Bei mir dachte ich jedoch: „Wie kann man nur so schissig sein?!“ Zehn Minuten später war ich allerdings der Schisser: Klops kletterte über ein etwa zwei Meter hohes Gerüst — nicht souverän, aber konzentriert und entschlossen. Nur schwer widerstand ich dem Impuls hinzurennen und abzusichern. Sie schaffte es heil wieder herunter und ich konnte durchatmen. Zumindest einen Moment. Dann musste ich doch hinrennen, weil Mops sich auf den Weg gemacht hatte, ihrer Schwester zu folgen.16_8_2

Der Rückweg fühlte sich lang an und nicht mehr ganz so entspannt. Zuhause war ich am Ende, quälte mich aber noch dazu meine Tasche mit den nassen Sachen leerzuräumen, drückte den Kindern das Handy mit der Elefanten-App in die Hand und schlief bis der Mann nach Hause kam neben ihnen auf dem Sofa.

Beim Abendessen gab es noch eine kleine Überraschung. Mops wollte die Windel ausziehen, weil sie darauf gekleckert hatte. Der Mann war skeptisch, mir war’s egal — zur Not würde ich es halt aufwischen. Aber Mops sagte plötzlich „Pipi“, ich hob sie vom Stuhl und sie watschelte zum Töpfchen, dass wir ihr vor ein paar Tagen herunter geholt hatten, als sie auch keine Windel wollte. Es stand an der falschen Stelle, also hielt sie weiter an, justierte das Töpfchen, setzte sich dann drauf und machte Pipi. Nach vier Mal rauf und runter setzte sie sogar noch ein Häufchen drauf. Wir waren sehr beeindruckt und stolz. Aber Mops will die Erwartungen klein halten: Fünf Minuten später hinterließ sie uns ein kleines, stinkendes Häufchen auf dem Boden.

Merken

Merken

[ssba]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.