Hilfe! Noch mehr Geschenke!

Oh nein! Bald ist schon wieder Weihanchten. Versteht mich nicht falsch, ich mag Weihnachten. Plätzchen backen, Kerzenschein, Rolf Zuckowski (Nein keine Ironie!). Doch seit ich Kinder habe, stellt mich die Adventszeit vor einen Dilemma.

Alle (mich eingeschlossen) wollen den Mädels etwas schenken. Ständig und überall. Es gibt ja auch so viele Dinge in den Geschäften, die sie noch nicht haben und über die sie sich freuen würden. Aber psst, ich verrate euch ein Geheimnis: Die Kinder brauchen wollen sie nicht! Zumindest meine beiden.

Mops mit ihren zarten 12 Monaten sowieso nicht, und auch Klops ist eher genervt, wenn ich sie nach Weihnachtswünschen frage. Hält nur vom Spielen ab diese Fragerei! Das einzige, was sie sich dieses Jahr wünscht, ist ein richtiges Fahrrad mit Pedalen. Und ich glaube selbst diesen Wunsch haben wir ihr in den letzten Monaten eingeredet. (Der Kinderarzt war schwer überrascht, als er hörte, dass sie mit 4 noch nicht Radfahren kann.)

Wenn ich auf die letzten Jahre zurück blicke, kommt es mir sogar so vor, dass wir ihr oft Freude eingeredet haben. „Guck mal wie schön!“ „Das ist ja was tolles!“ „Das ist aber lieb von xy!“ Immer mit diesem schlechten Gewissen dem Schenker gegenüber, weil der Sprössling nicht angemessen  an die Decke springt vor Freude. Während das arme Kind mit ausdrucksloser Miene daneben steht* und das ganze Trara nicht verstand.

Ich möchte, dass meine Kinder glückliche und zufriede Menschen werden. Ich bin mir nicht sicher, ob das mit dieser Taktik funktioniert. Kann man zufrieden sein, wenn einem ständig eingeredet wurde, man müsse sich über etwas freuen, von dem man vorher nicht mal wusste, dass man es will? Wenn man gedrängt wird, sich doch bitte etwas zu Weihnachten zu wünschen und dann auch noch verschwörerisch immer wieder darauf hingewiesen wird, dass bald das Christkind Geschenke bringt? Wunschlos glücklich wird man so sicher nicht!

Ist doch kein Problem? Dann kriegt sie halt nichts!? — nein das bring ich nicht übers Herz! Kennt ihr das nicht? Diese erwartungsvollen, großen Augen, das angespannte Lächeln beim Zerreißen des Papiers und dann das laute, erleichterte Lachen und die Freude im Gesicht… der schenkenden Erwachsenen?

Vielleicht interpretiere ich das auch nur da hinein, weil ich selbst so wahnsinnig gerne anderen eine Freude mache. (Es ist schon mal vorgekommen, dass ich ein Weihnachtsgeschenk schon im Januar gekauft habe, weil ich etwas gesehen habe, was mich an jemanden erinnerte.) Auf jeden Fall kann ich es nicht ertragen, anderen diese Freude am Schenken zu nehmen. Vor allem weil unsere Familien die Kleinen so selten sehen.

Wie also das Dilemma lösen? Ich habe mir überlegt, dass jedes Geschenk mit gemeinsamer Zeit verbunden werden soll. Konkret sieht das in diesem Jahr so aus: Für den Garten hätten wir (!) gerne noch ein Gartenhäuschen für die Mädels. Ein Onkel macht die Pläne dafür, die Großeltern steuern das nötige Kleingeld für das Material dazu und mein Mann und die 2 Onkel bauen es im Frühjahr gemeinsam auf. Klops kann dabei bestimmt auch helfen. Dann gibt es ein Einweihungsfest mit allen Beteiligten. Damit die Großeltern nicht mit leeren Händen da stehen (das Christkind verschenkt doch kein Geld), besorgen sie ein Türschild mit den Namen der beiden.

Ich glaube mit der Lösung kann ich meinen Frieden schließen. Außerdem versuche ich, wenn ich ab sofort von Weihnachten rede, den Fokus mehr auf die gemeinsame Zeit mit der Familie zu lenken.

 

 

*Könnte natürlich auch an Klops‘ Charakter liegen. Die ersten zwei Jahren war das ihr Standardblick. Bloß nicht lachen…

[ssba]

One thought on “Hilfe! Noch mehr Geschenke!”

  1. Sehr schön geschrieben meine Liebe… Ich glaube Joshi und Leo geht es nicht anders… Einmal haben die beiden sogar mit einem Geschenkband an Weihnachten gespielt, anstatt mit den ausgepackten Geschenken 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.