Mission Impossible — Abstillen

Es ist soweit! Oder besser: ich bin soweit. Ich möchte abstillen. „Na, das wird aber auch Zeit!“, denken vermutlich meine Oma und meine Rentner-Nachbarn. „Warum denn jetzt schon? Viel zu früh!“, die Kolleginnen der „La Leche Liga“. Ich nehm beides nicht persönlich und lass jedem seine Weisheiten. Trotzdem möchte ich mich kurz erklären.

Ich brauche wieder ein bischen mehr Freiheit. Jedes Mal, wenn mein Mann abends weggeht, grummelt es in mir. Mir fällt es dennoch schwerer, als bei Klops damals. Und wenn nicht eine Freundin in zwei Wochen eine Abschiedsparty machen würde, hätte ich das Projekt sicher noch weiter vor mich her geschoben. Es ist so schön praktisch und einfach. Und die Kleine freut sich immer so. Aber: ICH WILL ZU DIESER FEIER!

Kurz zu den vorliegenden Bedingungen. Mops hat keinen Schnuller. Trinkt gerne Wasser aus der Flasche. Wird drei mal täglich in den Schlaf gestillt und nachts mit der Brust ruhiggestellt. Die eigentliche Herausforderung ist also eher, sie zum Schlafen zu kriegen.

Tag 1
So richtig fest entschlossen bin ich wohl doch noch nicht. Habe tagsüber nichts in Richtung Abstillen unternommen. Vormittags in den Schlaf gestillt, Mittags auch. Sogar eine „Beruhigungsbrust“ am Nachmittag hatte ich noch eingeschoben. Der Alltag läuft doch so gut. Warum etwas ändern?

Abends habe ich zumindest mal eine warme Milch mit ins Bett genommen. Der Plan war, Klops etwas vorzulesen, während Mops friedlich an der Flasche statt an meiner Brust nuckelt. Im Anschluss sollte dann die Brust zum Einschlafen folgen. Ging natürlich in die Hose. Mops fand die Flasche total doof und wollte ihre Brust.

Tag 2
Durch Zufall habe ich heute am Tag nicht einmal gestillt. Sie ist mir zwei Mal unterwegs eingeschlafen. Yeah! Meine Motivation ist zurück. Ich schaffe den Alltag auch ohne Stillen!

Abends habe ich die Taktik geändert. Die Flasche biete ich ihr auf dem Sofa an, dabei gibt’s ein Buch, bzw. eine von Klops‘ Serien. Also erstmal entspannt an die Flasche gewöhnen und dann ersetzen. Mops findet die Flasche aber immer noch doof und das Sofa ist noch ein „Brust-Trigger“, weshalb es sehr unruhig wurde, als ich mich zu meinem Mann und den Mädels gesellte.

Tag 3
Motiviert vom Tag zuvor habe ich wieder den ganzen Tag nicht gestillt. Dafür natürlich viel getragen, schlafen muss das Kind ja trotzdem. Dabei bot ich ihr immer Mal die Flasche an, die sie zumindest nicht mehr völlig verschmäht.

Abends dann die Herausforderung auf dem Sofa: Mann nicht da. Also musste ich die Flasche übernehmen. Es klappte ganz gut. Kein Quengeln, kein „Gesuche“. Sie wollte sogar zwischendurch die Flasche. Zumindest mal zum Nippen.

Abends wurde sie gegen 21Uhr wach. Zunächst war ich froh. Sie beruhigte sich auf meinem Arm, und suchte nicht wie besessen nach meiner Brust (Ich glaube das gab es noch nie!). Leider schlief sie nicht wieder ein. Sie wurde zu schwer, ich legte sie zurück ins Bett. Erst alles ok, dann wieder zurück auf den Arm. Das wiederholte sich. Ich hatte mir vorgenommen, ihr nicht die Brust zu geben, solange sie nicht sucht. So ging das dann über eine Stunde. Schließlich konnte ich nicht mehr und stillte. Frust! Die ganze Mühe und dann doch kein Erfolgserlebnis.

Tag 4
War ja klar! Ich will abstillen und jetzt fängt Mops an zu zahnen. Quengeln und Heulen stand heute auf dem Plan. Ich wollte erst aufgeben, aber sobald sie im Tragesystem und an der frischen Luft ist, entspannt sie sich. Das viele Tragen geht ganz schön auf den Rücken und auf den Energiepegel. Aber hey: ich erkläre den Tag nun offiziell für „Stillfrei“. Fehlt noch der Abend und die Nacht.

Abends gab es auch einen Erfolg. Die Dame schlief wie gehabt an der Brust ein, wurde aber beim Rüberlegen zwei mal wach. Spontan übernahm mein Mann das wild suchende Baby von meinem Arm und zack! Mops entspannte sich. Ich verließ den Raum und zwanzig Minuten später schlief sie seelig.

Tag 5-8

[ssba]

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