Papa-Bashing — ich bin dabei

Meine erste Blockparade! Und dann so ein tolles Aufreger-Thema. Ich bin begeistert. Regeln scheint’s ja keine zu geben. Mamas bashen Papas. Mamas bashen Mamas, weil sie Papas bashen. Mamas bashen Mamas, weil sie Mamas bashen, die Papas bashen. Ich kehr mal zu Teilzeitmutters Ursprungsthema „Problemfall Mann“/“Die völlig fremdbestimmte Frau und Mutter“ zurück.

Ja, auch ich habe, zumindest phasenweise, so einen Problemfall bei mir zu Hause sitzen. Vorzugsweise auf der Couch. Die ist aber auch bequem! Da will Mann gar nicht mehr raus. Abendessen ist noch nicht fertig, Kinder quengeln, aber hey, wozu aufstehen? Frau hat das ja ganz gut im Griff. Und solange sich keiner beschwert…

Zugegeben, diese Momentaufnahme ist nicht der Regelfall und eigentlich darf ich mich nicht beschweren. Zur Zeit ist er nur selten auf dem Sofa zu sehen, spielt mit den Kindern und übernimmt von sich aus (!) Aufräum- und Putzarbeiten. (Ehrlich gesagt, bin ich nicht ganz sicher, ob er nicht ausgetauscht wurde.)

Es gibt aber auch Phasen, in denen ich das Gefühl habe, dass ich mich ganz alleine um alles kümmern müsse, selbst um die Angelegenheiten und Launen meines Mannes. Er geht arbeiten, kommt schlecht gelaunt und müde von der Arbeit nach Hause und setzt sich aufs Sofa. Es ist als sei ich mit Muffi Schlumpf verheiratet.

Ehrlich gesagt, stört mich dabei nicht mal, dass ich alles mache. Solange ich nicht überlastet bin, kümmer ich mich gerne um alles. Am schlimmsten finde ich seine Launen. Ich kann das nicht verstehen, wie man über Wochen schlecht gelaunt sein kann. Klar nervt mich auch mal etwas. Aber dann bin ich nen halben, höchsten einen Tag lang schlecht gelaunt und dann mach ich mich an die Lösung des Problems. Weshalb ich vermutlich dann auch das Bedürfnis habe seine Laune zu verbessern. Genauso gut könnte ich mich aber auch auf mein Pferd Rosinante schwingen und die nächstgelegene Windmühle bekämpfen.

Ich bitte ihn in dieser Stimmung auch schon gar nicht mehr um Hilfe. Er macht es dann zwar, aber mit einem Gestöhne und offenkundigen Unmut, dass ich’s lieber selbst erledige, statt mich dieser Laune auszusetzen.

Normalerweise enden diese Phasen so: Durch irgendeinen Auslöser platz mir der Kragen, ich bin stinksauer und rede nicht mehr mit ihm. (Ich weiß nicht wieso, aber wenn ich sauer bin, krieg ich den Mund nicht mehr auf.) Er kommt dann auf mich zu und ich schütte ihm mein Herz aus. Er entschuldigt sich und erzählt mir von seinen Sorgen und Problemen, die er die ganze Phase über in sich hinein gefressen hat.

Das war eigentlich schon immer so, nur seit die Kinder da sind, bin ich, und vermutlich auch er, etwas dünnhäutiger geworden. Was häufiger zu Frust führt. Seit wir Eltern sind, haben sich die Momente, in denen ich nur noch verständnislos den Kopf schütteln möchte, verdoppelt.

Mein absoluter Favorit in Sachen „Sag mal, hast du sie noch alle?“ in der Anfangszeit mit Klops: Laufen wir der Frau doch einfach mal mit dem quengeldem Baby ins Bad hinterher. Sie hatte ja schon den ganzen Tag keinen Moment Ruhe, warum also jetzt damit anfangen. Auf das Geheule möchte sie beim Duschen bestimmt nicht verzichten. In der Regel war ich so fassungslos über derart wenig Einfühlungsvermögen, dass ich nicht mal was sagen konnte.

Besonders beliebt ist auch das von mir so getaufte „Alibi-Baby“.  Wenn Mann das Baby auf dem Arm hat, geht gar nichts mehr. Es wird zwar nicht ausgesprochen, aber sein Blick sagt alles: „Was guckst du mich so vorwurfsvoll an? Ich hab das Baby auf dem Arm. Ich kann dir nicht helfen.“ Das sehe ich auch, aber warum überhaupt? Es ist völlig zufrieden, setz es auf die Erde und lass es spielen!

Zu seiner Verteidigung: wenn es anfängt zu quengeln, behält er es bei sich und gibt mit hingebungsvollem Nichtstun alles, um es zu beruhigen. Zumindet solange bis ich ihm völlig entnervt das mittlerweile schreiende Kind aus den Armen nehme. Und was muss ich in seinen Augen lesen: „Was denn? Ich hab alles versucht. Kann ich doch nichts für, dass sie sich bei mir nicht beruhigt!“ Ähm, ja, danke für nichts!

Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, mir Ehetipps zu geben, spart euch die Mühe. Unsere Ehe ist super. Wir machen viele Witze über unsere Macken. Zumindest wenn sie gerade nur in Maßen auftreten. Außerdem habe ich akzeptiert, dass wir einfach nicht gleich ticken im Kopf. Schaut euch mal dieses Video an. Keine Ahnung, ob das in irgendeiner Weise wissenschaftlich fundiert ist. Ist mir auch egal. Ich lag auf dem Boden vor lachen und es erklärt so einiges. Das Gesamtprogramm heißt übrigens „Laugh your way to a better marriage“. 😉

Ich bin allerdings auch vor diesem Video nie auf die Idee gekommen, dass unsere Differenzen mit veralteten Rollenbildern zutun hätten. Das war bei uns nie Thema. Alles was wir für unsere Familie machen, machen wir als Menschen mit bestimmten Fähigkeiten und Wünschen, nicht weil ich die Frau bin und er der Mann. Auch wenn ich momentan  „nur“ Hausfrau und Mutter bin, ich bin eine emanzipierte Frau. Ich mache nur, was ich will, beziehungsweise, was ich für nötig halte, nicht, was andere von mir erwarten.

Klar bin ich in Situationen, in denen alles drunter und drüber läuft, genervt, dass die ganze Organisation an mir hängt. Aber ist das nicht jeder mal, auch im Job? Wenn alles halbwegs gut läuft, liebe ich meine Aufgabe, hier alles zu koordinieren. Außerdem kann ich einfach sagen „Ihr könnt mich jetzt alle mal. Ich lass alles stehn und liegen und mach mir mit den Mädels nen schönen Tag“. Die höchsten Erwartungen habe ich nämlich selbst an meinem „Job“. Wenn ich mal überlastet bin, bin ich in der Regel selbst schuld. Meinem Mann ist das hier ziemlich egal und er würde nie auf die Idee kommen, mir irgendetwas vorzuhalten. Unsere Aufgaben sind schon gut nach Können und Prioritäten verteilt. Denn ganz ehrlich: Ich wäre schrecklich als „working part“, nur meckern und zetern, weil der Haushalt ja wohl besser und ordentlicher ginge… Mann bin ich froh, dass ich nicht mit mir selbst verheiratet bin!

 

 

 

 

[ssba]

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