Und die Arschkarte zieht…

…Mama! Mal wieder. Wie immer… Ist noch jemand genervt davon, immer die Böse zu sein? Die, die immer meckert? Die, die nie wirklich Zeit hat, obwohl sie immer da ist?

Es ist ja nichts neues. Als Klops anfing zu robben und sich für mehr als für meine Brust und Schlafen zu interessieren, fing es an. Ein „Nein“ hier, ein „Nein“ dort. Und täglich vermehrte sich die Anzahl der NpTs (Neins pro Tag). Wie mühselig! Und gepaart mit kurzen Nächten führte das immer häufiger zu schlechter Laune. Und der Papa? Der hatte abends seinen Starauftritt!

Das fand ich schon damals ein wenig unfair, aber so war es halt. Das Leben ist nicht fair. zumindest nicht im Sinne von „wir kriegen alle das gleiche“. Muss ja auch nicht sein. Dafür ließ sie sich lieber von mir trösten und ins Bett bringen. Außerdem hatten wir neben mehr „Mecker-Momenten“ natürlich auch mehr „Spaß-Momente“, als sie mit ihrem Vater hatte.

Jetzt ist das aber anders. Die „Mecker-Momente“ überwiegen und hinzukommen noch die elendigen „Hetz-Momente“. Die Schuld gebe ich zwei einschneidenden Veränderungen im letzten Jahr. Zum Einen ist der Mops bei uns „eingezogen“. Zum Anderen geht Klops jetzt in den Kindergarten.

Die Kleine braucht natürlich mehr Aufmerksamkeit und die Große muss zurück stecken.  Und damit nicht genug! Seit nun fast elf Monaten vergeht nicht ein Tag, an dem ich sie nicht ermahnen muss, den Mops in Ruhe zu lassen. Eine Dreijährige hat einfach nicht genug Einfühlungsvermögen für so ein hilfloses Baby. Es wird in das kleine Öhrchen geschrien — vielleicht versteht es ja dann was man will! Der Kopf wird verdreht — sie hat ja (trotz ins Ohr schreien) nicht verstanden, dass sie zu dem Teddy gucken soll! Oder man beugt sich so ungeschickt und grob wie möglich über das schlafende Baby — „Ich wollte nur gucken, Mops schon schläft!“ Nee, jetzt nicht mehr! Danke!

Letztlich bin ich den halben Tag am Meckern. Und die andere Hälfte? Die verbringe ich wahlweise mit Hetzen oder Auf-später-vertrösten. Denn so schön der Kindergarten für mich und für Klops ist, bringt er einen entscheidenden Nachteil: Man muss sich plötzlich an bestimmte Zeiten halten. Früher trödelten wir um 9 Uhr noch beim Frühstück rum. Jetzt müssen wir spätestens um 9 im Kindergarten sein. Nun kann man sagen, dass das bischen Stress ja nicht so schlimm ist, danach hat man ja Ruhe und das Kind seinen Spaß. Klar! Aber diese entspannte Zeit am Tag verbringen wir nicht gemeinsam.

Somit sind die schönen Zeiten am Tag die, die,sie mit allen anderen verbringt. Mama meckert nur, hetzt oder ist mit Mops oder irgendeinem Haushaltskram beschäftigt. Und das Schlimmste: Klops kommt damit scheinbar super klar! Aber ich nicht! Vor allem nicht seit sie mir nach einem Kurzurlaub (eine Nacht) bei der Oma eröffnet hat, sie wolle nicht nach Hause, sie will lieber bei Oma wohnen.

Ernsthaft! Ich habe keine Lust der Arsch vom Dienst zu sein! Der macht und tut und am Ende, wenn alle ausziehen, sich vermutlich auch noch Vorwürfe anhören darf. Deshalb werde ich jetzt Gegenmaßnahmen einleiten:

  1. Morgens trödeln lassen. Sie darauf hinweisen, dass es spät ist, aber nicht hetzen und nicht meckern. Wenn sie zu spät kommt, hat sie Pech gehabt. Sollen die Erzieher „schimpfen“.
  2. Am Wochenende kommt der Mops früher ins Bett und Klops darf länger aufbleiben.
  3. Wenn es wirklich mal eilt, ziehe ich sie an, statt daneben zu stehen und zu meckern, weil sie trödelt.
  4. Alles etwas lockerer sehen. Die Welt geht schon nicht unter, wenn die Spülmaschine abends nicht ausgeräumt ist.

Ich hoffe, so kommen wir wieder auf mehr schöne entspannte Zeit zusammen.

 

[ssba]

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